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Stellungnahme des Instituts für Patientensicherheit

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Projekt PSI

Validierung, Anwendung und Populationsbezug von Patientensicherheitsindikatoren: Internationaler Status und Spezifizierung für das deutsche Gesundheitswesen

Hintergrund

Im Rahmen des Konzeptes 2013 des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. wurde das Patientensicherheitsindikatorenprojekt (PSI-Projekt) beantragt und bewilligt. PSI sind Kennzahlen, die (vermeidbare) unerwünschte Ereignisse, die für die Sicherheit in der Gesundheitsversorgung relevant sind, indirekt vorhersagen.

Ziel des Projektes ist die Identifizierung und Bewertung der PSI auf leistungserbringer- und populationsbezogener Ebene, basierend auf nationaler und internationaler Literatur sowie empirischen Studien. Außerdem sind die Spezifizierung, Validierung und die Überprüfung der Anwendbarkeit für das deutsche Gesundheitswesen und die Entwicklung eines Verfahrens zur Anpassung und kontinuierlichen Fortentwicklung dieser PSI vorgesehen.

Die Kernfragestellung des Projektes lautet: Welche PSI können für das deutsche Gesundheitswesen empfohlen und welches Verfahren kann zur Anpassung und kontinuierlichen Fortentwicklung dieser PSI vorgeschlagen werden?

Nicht nur auf internationaler Ebene sind PSI bedeutend, sondern auch in Deutschland werden diese schon seit einiger Zeit entwickelt und evaluiert. Das Indikatorenset der ehemaligen Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) und die Maßnahmen im Rahmen des „Aktionsplan 2008/2009 zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit (AMTS) in Deutschland“ sind gute Beispiele für diese Zielrichtung.

Methodik

Das Projekt umfasst folgende methodische Elemente:

1.    einen systematischen Review zur Identifizierung der PSI;

2.    die kriterienbasierte Auswahl der PSI unter Berücksichtigung des Handlungsbedarfs für Deutschland;

3.    die Bewertung der PSI mithilfe eines zweistufigen Delphi-Verfahrens;

4.    die Konzepterstellung zur Risikoadjustierung, Machbarkeit und zur Identifizierung der (System-)Faktoren, die den Einsatz von PSI im deutschen Gesundheitswesen fördern oder behindern;

5.    die Durchführung einer empirischen Studie zur Bewertung der Reliabilität von Routinedaten anhand selektierter PSI

6.    die Durchführung einer empirischen Studie zur Bewertung des Zusammenhangs von Prozess- und Ergebnis-PSI unter dem Aspekt der Validität.


Erste Ergebnisse und Ausblick 2012

Im ersten Jahr des Projektes wurde die systematische Recherche zur Identifizierung der PSI erfolgreich abgeschlossen.

2010 erfolgte die Auswertung der mehr als 3000 Literaturtreffer aus der Datenbank Medline und der Literaturergebnisse von mehr als 30 internationalen Organisationen. Kriterien zur Klassifizierung der PSI z.B. nach Setting, Genderaspekten, epidemiologischen und funktionalen Gesichtspunkten wurden erstellt und angewendet. Parallel wurde eine computergestützte Datenbank zur Verwaltung der PSI aufgebaut. Ein Modell zur Filterung der PSI wurde unter Berücksichtigung des Handlungsbedarfs in Deutschland und unter wissenschaftlichen Merkmalen entwickelt und bereits angewendet. Anfang 2011 wurden die PSI, die nach den Filterkriterien für Deutschland relevant sind, in einem Delphi-Verfahren von erfahrenen Experten hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Güte und ihrer Evidenzbasiertheit bewertet.

Der Bewertung der PSI folgen nun die geplanten empirischen Studien. Die Datenerhebung der Studie zur Bewertung der Reliabilität von Routinedaten konnte bereits im Spätsommer 2011 abgeschlossen werden, derzeit läuft die Auswertung der gesammelten Daten.

Die Validitätsstudie steckt zurzeit in der Konzipierungsphase, hier ist die Datenerhebung für das erste Quartal 2012 geplant.

Weitere Informationen können Sie im Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn erhalten.


CM/PB

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