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Stellungnahme des Instituts für Patientensicherheit

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Projekt Evaluation / Implementierung

Erhöhung der Patientensicherheit in Einrichtungen des deutschen Gesundheitswesens: Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Fehlern und unerwünschten Ereignissen

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2005 hat es sich das Aktionsbündnis zur Aufgabe gemacht, nach dem Prinzip „von der Praxis für die Praxis“ Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Patientensicherheit zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Ziel dieser Empfehlungen ist es, Prozesse der Patientenversorgung auf der konkreten Handlungsebene so zu strukturieren, dass ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet ist, indem Fehler, die z.B. durch ungeregelte Zuständigkeiten, unklare Aufgabenverteilungen, mangelnde Kommunikationsflüsse oder unvorhersehbare Zwischenfälle entstehen, verhindert bzw. entdeckt und korrigiert werden.

Im Aktionsbündnis liegt die Erarbeitung von Empfehlungen in der Hand von Arbeitsgruppen. Die Mitglieder sichten und prüfen bereits veröffentlichte Empfehlungen und stützen sich im Übrigen auf ihr eigenes Expertenwissen und ihre Erfahrungspraxis.

Auch wenn allgemein angenommen wird, dass Handlungsempfehlungen die Sicherheit der Patientenversorgung erhöhen, gibt es dafür - auch in anderen Ländern - bisher kaum wissenschaftliche Nachweise. Auch fehlt es an verbindlichen Kriterien und Mindeststandards für die Priorisierung von Themen sowie für die Erarbeitung, Dissemination, Implementierung und Evaluation von Empfehlungen. Ziel des Projektes ist es deshalb, die APS-Handlungsempfehlungen zu validieren und allen Einrichtungen im deutschen Gesundheitswesen zugänglich und nutzbar zu machen.

In dem Projektzeitraum von fünf Jahren wird ein Validierungsverfahren für die APS-Handlungsempfehlungen erarbeitet und umgesetzt. Dieses Vorhaben umfasst:

Veröffentlichung eines Leitfadens für die APS-Arbeitsgruppen

Der Leitfaden ist eine praktische Arbeitshilfe. Schritt für Schritt wird erklärt, wie die Themenauswahl für eine Handlungsempfehlung getroffen wird, wie die Gründung einer Arbeitsgruppe erfolgt, nach welchen Kriterien die Gruppe einen Empfehlungsentwurf entwickelt, wie dieser Entwurf im Rahmen eines regelhaften Konsensverfahrens beschlossen und verabschiedet wird, über welche Medien und Formate APS-Empfehlungen verbreitet werden und wie eine regelmäßige Aktualisierung zu gewährleisten ist.

Festlegung von Patientensicherheitszielen zur Bearbeitung in den APS-Arbeitsgruppen

In einem ersten Schritt werden die Aktionspläne und Handlungsprogramme ausländischer Patientensicherheitsorganisationen einer systematischen Analyse unterzogen, um daraus einen Vorschlag zum weiteren Handlungsbedarf für Deutschland abzuleiten. Eine Bewertung und Ergänzung dieses Vorschlags erfolgt durch die APS-Mitglieder und -Partner mithilfe eines standardisierten Befragungsinstrumentes. Nach den Ergebnissen der Befragung werden Patientensicherheitsziele ausgewählt, zu denen die Arbeitsgruppen im Aktionsbündnis Patientensicherheit weitere Handlungsempfehlungen ausarbeiten werden.

Die organisatorische und wissenschaftliche Begleitung der APS-Arbeitsgruppen

Im Projektzeitraum werden alle APS-Arbeitsgruppen durch die wissenschaftliche Projektmitarbeiterin Frau Dr. Lessing begleitet. Dies umfasst die Organisation von Arbeitsgruppensitzungen, die Recherche, Beschaffung und Auswertung wissenschaftlicher Literatur sowie die Textredaktion von Empfehlungsentwürfen und dazugehörenden Begleitmaterialien. Darüber hinaus koordiniert das Institut für Patientensicherheit die Veröffentlichung und Dissemination fertig gestellter APS-Empfehlungen.

Planung, Durchführung und Auswertung von Pilotstudien zur Implementierung und Evaluation von APS-Empfehlungen

Ausgewählte APS-Empfehlungen werden in jeweils fünf bis zehn teilnehmenden Einrichtungen beispielhaft implementiert und evaluiert. Die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen, z.B. zur Vermeidung unbeabsichtigt belassener Fremdkörper im OP-Gebiet, wird in einem Prä-Post-Design beobachtet, die Intervention über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten verfolgt. Ziel der Studien ist es, Machbarkeit und Wirksamkeit der APS-Empfehlungen zu testen. Dabei sollen zum einen diejenigen Faktoren identifiziert werden, die Einfluss auf Akzeptanz und Adherence bei der Einführung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit haben. Zum anderen soll die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen durch Outcome-Messungen nachgewiesen werden, z.B. durch eine deutliche Reduzierung von Fehlern, die typischer Weise infolge nicht eindeutig festgelegter Handlungsabläufe auftreten.

Ausrichtung von Fokuskonferenzen

Vom Jahr 2012 an ist geplant, jährliche Fokuskonferenzen abzuhalten, die dem Erfahrungsaustausch über die APS-Handlungsempfehlungen dienen. Hier werden die Ergebnisse der Pilotstudien präsentiert. Darüber hinaus werden alle interessierten Einrichtungen, Organisationen und Experten im Sinne eines kontinuierlichen Lernprozesses die Möglichkeit erhalten, über die weiteren Perspektiven und Verbesserungspotenziale der APS-Empfehlungen gemeinsam zu diskutieren.

Erarbeitung eines Sets zur kontinuierlichen und intermittierenden Evaluation von APS-Handlungsempfehlungen

Als Ergebnis der Pilotstudien und Fokuskonferenzen werden Studienprotokolle und Indikatorensets entwickelt, die es allen Einrichtungen im deutschen Gesundheitswesen ermöglichen, die Umsetzung der APS-Empfehlungen vor Ort kontinuierlich zu beobachten und zu überprüfen.
Im ersten Projektjahr 2009 konzentrierte sich die Arbeit im Forschungsprojekt zunächst auf die wissenschaftliche und organisatorische Begleitung der APS-Arbeitsgruppen sowie auf die Erarbeitung eines Leitfadens für die APS-Arbeitsgruppen. Die erste Entwurfsfassung dieses Leitfadens wird in der ersten Jahreshälfte 2010 in einem mehrstufigen Konsensverfahren verabschiedet und bis Mitte 2010 veröffentlicht werden.

Für die Festlegung von Patientensicherheitszielen wurde mit einer systematischen Recherche ausländischer Aktionspläne und Handlungsprogramme begonnen. Eine Befragung zum Handlungsbedarf in Deutschland ist für Mitte 2010 geplant. Die Verabschiedung von Patientensicherheitszielen zur weiteren Bearbeitung in den APS-Arbeitsgruppen soll bis Ende 2010 abgeschlossen sein.

Ebenfalls im Jahr 2010 werden die ersten Implementierungs- und Evaluationsstudien zu den Themen Vermeidung unbeabsichtigt belassener Fremdkörper im OP-Gebiet und sichere Patientenidentifikation starten. Versorgungseinrichtungen, die sich für eine Teilnahme an den Pilotstudien interessieren, sind eingeladen, weitere Informationen über das Institut für Patientensicherheit zu erfragen.

CL

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